Nicht wegschauen – sondern handeln

Gurnoor Pannu, Elias Chulie

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Themen/Fragen:

  • Was ist Rassismus?
  • Wie entstand es?
  • Wie beeinflusst Rassismus unseren Alltag?
  • Was kann man dagegen tun?
  • Persönliche Erfahrung

„Niemand wird mit dem Hass auf andere Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ethnischen
Herkunft oder Religion geboren. Hass wird gelernt. Und wenn man Hass lernen kann,
kann man auch lernen zu lieben. Denn Liebe ist ein viel natürlicheres Empfinden im
Herzen eines Menschen als ihr Gegenteil.“

Nelson Mandela

Was ist Rassismus?
An was denkst du, wenn du das Wort Rassismus hörst? Wahrscheinlich an Beleidigungen,
Hass und Hetzte gegen anders aussehende Menschen. Aber der Begriff Rassismus hat eine
viel tiefgründigere Bedeutung, die wir euch in diesem Artikel näherbringen wollen.
Interessant ist, dass der Begriff Rassismus erst in den 1920er Jahren entstanden ist, während
es die eigentliche Einteilung in verschiedene Rassen schon seit dem 17. Jahrhundert gibt.
Während der Begriff ,,Rassismus“ sich generell auf die Einteilung von Menschen in Rassen
bezieht, gibt es dennoch verschiedene Definitionsversuche. Die inhaltliche Definition basiert
auf einer biologischen Theorie, dass klare abgegrenzte Rassen existieren. Diese sollen sich in
physischen, intellektuellen und charakterlichen Eigenschaften unterscheiden. Formale
Definitionsversuche sprechen hingegen davon, dass man eine ,,eigene Gemeinschaften“ bildet
und die, die nicht die selben äußerlichen Eigenschaften, wie Hautfarbe oder bestimmte
körperliche Merkmale haben, ausgrenzt und diese als “Fremde“ bezeichnet.
Gurnoor Pannu, Elias Chulie
Wie entstand der Rassismus?
Rassismus, ist erstaunlich jung und entstand im 18. Jahrhundert. Hinzu kommt, dass es
Sklavenhandel gab und viele Afrikaner ins Ausland, vor allem nach Amerika, deportiert
wurden. Auch in vielen Werken verschiedenster Philosophen kann man die Einteilung
zwischen weißen, schwarzen sowie „Indianern“, also Native Americans, erkennen. So
erklärte beispielsweise Immanuel Kant, dass die Weißen den schwarzen Menschen sowie den
Indianern übergeordnet waren. Schließlich wurden schwarze Sklaven nicht als Menschen
anerkannt, sondern mit Nutztieren verglichen, da diese den „Weißen“ als Arbeiter dienten. Sie
wurden wie Tiere behandelt, indem sie geschlagen, bestraft und sogar getötet wurden.
Um die Rassen aber auch genau einteilen zu können,
benutzte man Skalas und Tabellen. Diese listeten die Haarund Hautfarben von 1 – 28 auf, anhand welchen man eine
Person seiner Rasse zuordnen konnte. Beispielsweise lagen
blonde glatte Haare auf der 1, was bedeutet, dass diese
Person übergeordnet war, während eine schwarzhaarige Person mit Locken auf der 28 als
minderwertig galt.
Rassismus zu Zeit des Hitler-Regimes
Besonders zur Zeit des NS-Regimes gewann die Rassenlehre immer mehr Bedeutung.
Adolf Hitler nutze es für sich aus, dass die Bürger im Land die Schuld für die ganzen
Katastrophen, die es zu der Zeit gab (InflaFon, Arbeitslosigkeit, ReparaFonszahlungen), auf
jemanden bzw. eine besFmmte Gruppe von Menschen schieben wollte. Mit seinen
anFsemiFschen und rassisFschen Ideologien und Strategien, trieb Hitler die Schuldzuweisung
gegen die Juden und einzelne Minderheiten an. Hitler ging gegen diese Minderheiten vor
und rechNerFgte seine Taten sowie den Kolonialismus und die Übernahme „unchristlicher“
Länder, die nicht in sein Weltbild passten, indem er an seine Ideologien appellierte.
Man könnte denken, dass wir im Jahr 2021 endlich den Rassismus hinter uns gelegt haben,
aber auch heute begegnen wir noch Diskriminierung. Selbst in einem so privilegierten Land
wie Deutschland merkt man, dass Ausgrenzung und Abwertung an der Tagesordnung stehen.
Wusstest du?
Biologen vermaßen den Schädel der
Afrikaner und hatten behauptet, dass deren
Schädel als Rangfolge zwischen dem eines
Europäers und eines Affens sei.
Gurnoor Pannu, Elias Chulie


Wie beeinflusst Rassismus unseren Alltag?

Rassismus | Eine Übersicht von demokratie-bw.de


Mit insgesamt um die 21,2 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund ist Deutschland
ein sehr diverses Land mit einer Vielzahl an Kulturen und Religionen. So eine Vielfalt bringt
aber leider auch einige Probleme und Konflikte mit sich.
Rassismus bedeutet nicht direkt, dass es sich um brutale Gewalttaten handelt, sondern bereits
kleine und zunächst unauffällige
Handlungen können großen Einfluss
haben.

Ein Beispiel:
Hast du jemals ein Raum betreten
und alle Gespräche verstummen und
alle Augen sind auf dich gerichtet?
Solche Personen meinen es oft nicht
böse, aber genau so drückt sich in hohen Maßen alltagsrassistisches Handeln aus. Dieses
Gefühl, „falsch“ zu sein und nicht dazu zu gehören, so fühlen sich Menschen, die als „anders“
bezeichnet werden. Vor allem Ausländer, welche sich durch äußerliche Eigenschaften von
dem „blonden, blauäugigen Deutschen“ unterscheiden, müssen sich oft anhören: Woher
kommst du? Aus welchem Land bist du? Genau diese Fragen markieren und machen deutlich:


Du gehörst nicht zu uns.

Aber kein Mensch wird mit rassistischem Denken geboren. Die Einteilung in Rassen lernen
wir schon im Kindesalter: Von unseren Eltern, im Kindergarten oder selbst in Werbungen. Vor
allem die Werbungen, welche dich dazu anregen sollen, armen Kindern in Afrika Geld zu
spenden, prägen uns. Hört man nun das Wort Afrika, denkt man an arme Dörfer und Kinder,
was mit der Realität größtenteils gar nicht übereinstimmt. Sieht man nun beispielsweise eine
Person, welche „nicht Deutsch aussieht“, allerdings flüssig
deutsch spricht und schreibt, müssen diese oft den Spruch
hören: „Du sprichst aber gut deutsch!“. Und so ist der
Alltagsrassismus ein Teil unseres Lebens, weswegen es um so
wichtiger ist, unsere Vielfalt nicht zu leugnen, sondern zu
erkennen und zu akzeptieren und unsere Mitmenschen über die
Unterschiede zu lehren, was uns ein Schritt näher bringt,
friedlicher miteinander zu leben.

Wusstest du?
„racial profiling“ bezeichnet die
Kontrolle in zum Beispiel
Flughäfen, bei der der Fokus auf die
Hautfarbe und Sprache liegt. Somit
werden Leute mit auffälligen
äußerlichen Merkmalen eher für
eine Kontrolle aus der Schlange
gezogen.

Positiver Rassismus
Vielleicht hast du schonmal von dem Wort „positiver Rassismus“ gehört. Mit dem Begriff
„positiv“ verbinden wir etwas Gutes. Etwas, was uns von anderen, im besseren Sinne,
unterscheidet. Oft bekommen schwarze Frauen zu hören, dass sie ja gut singen müssten, da ja
viele schwarze Frauen, zum Beispiel in Gospel-Chören, singen. Im ersten Moment ist dies ja
ein gut gemeinter Satz, allerdings werden die angesprochenen Personen nun auf die Frauen,
die singen, reduziert. Ebenso ist es mit schwarzen Männern, die sich immer wieder den
Spruch anhören müssen, dass man ja super schnell rennen müsste, da ja Usain Bolt der
schnellste Mann der Welt ist. Mann wird auf einen Menschen oder eine besFmmte Gruppe
reduziert, obwohl dies den Menschen, die so etwas sagen, gar nicht bewusst ist.
Was kann man dagegen tun?
Anti-Rassist zu sein bedeutet nicht unbedingt auf Demonstrationen zu gehen, oder an
Projekten teilzunehmen. Es muss gar nicht so kompliziert sein. Es reicht allgemein sich für
andere einzusetzen und nicht wegzuschauen, wenn man mitbekommt, dass jemand
diskriminiert wird, ganz egal worum es geht. Es ist aber wichtig, Gewalttaten zu vermeiden
und den Rassisten über seine Tat aufzuklären. Besonders gefährlich sind Vorurteile und
Unwissenheit, weswegen es so wichtig ist, sich selbst und andere zu informieren.
Persönliche Erfahrung
Wir sind Gurnoor und Elias, zwei Schüler von der Tilemannschule. Genauso wie andere
Schüler gehen wir morgens in die Schule und treffen Freunde. Aber genauso erfahren auch
wir alltäglich eine Form von Rassismus.
Die Frage „Woher kommst du?“ gibt uns fasst schon Gänsehaut. Wir beide hatten immer das
Problem, wie man darauf antwortet. Will die Person jetzt wissen, dass ich in Diez wohne oder
ob meine Eltern aus Afghanistan sind? Wenn ich jetzt mit ,,aus Diez“ antworte, kommt eine
fast schon rhetorische Frage ,,Nein ich meine woher du kommst?“
Die Person meint es zwar nicht schlecht, dennoch sind solche Fragen sehr unangenehm und
einfach unangebracht.
Gurnoor Pannu, Elias Chulie
Mein Aussehen sollte kein Indiz dafür sein, woher ich abstamme.
Ich musste mir schon oft die Frage anhören, ob ich Asiate oder Chinese bin. Die Frage an sich
ist für mich nicht schlimm, aber ich finde es traurig, dass man Menschen durch äußerliche
Merkmale in bestimme Gruppen teilt. Selbst wenn ich die Frage verneine, wurde mir nicht
geglaubt, was für mich vor allem als Kind schwer zu verstehen war und einen selbst auch
zweifeln ließ. Bin ich jetzt anders? Und solche Fragen prägen einen. Sie verfolgen dich wie
ein Schatten.
Warum überhaupt spielt meine Herkunft eine Rolle? Sie sagt nichts über meinen Charakter
und meine Persönlichkeit aus. Und genau da setzt der Rassismus mit Vorurteilen an.
„Guckt in die Herzen und Köpfe, nicht auf die Hautfarbe, die Herkunft oder die Religion.
Dann werdet ihr feststellen: Wir sind alle eins, nur verschieden“
Dunja Hayali


Quellen:
https://youtu.be/SU6n2TCa-Fo
https://www.humanrights.ch/de/ipf/menschenrechte/rassismus/dossier/was-ist-rassismus/
https://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/213678/was-ist-eigentlichrassismus
https://www.caritas.de/neue-caritas/heftarchiv/jahrgang2013/artikel/rassismus-im-alltag–
und-was-man-dagegen
https://www.bpb.de/mediathek/178985/die-entstehung-des-rassismus
https://youtu.be/lOsGMX_Vg8M
Eigene Erfahrungen

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